Vorbereitung zum Seligsprechungsprozess für 36 Märtyrer, einer davon ist auch
Bruder Paschalis (Johann) Fangauer OSB, aus Egglfing geb. 8.01.1882 gest. 16.4.1950 in Korea
Die Familie Fangauer lebt schon seit 1718 in
Egglfing. In der fünften Generation lebte Michael Fangauer mit dessen Ehefrau Maria geb. Wankerl. Michael war Söldner und lebte in Egglfing als Kleinbauer, die Familie war sehr groß. Elf Kinder wurden in
Gottesfurcht erzogen. Ein Sohn der Familie, Georg, Oblate des hl. Franz von Sales feierte 1910 in der Heimat seine Primiz, zwei Töchter gingen in Zams in Tirol ins Kloster, eine weitere Tochter war bei den
Mallersdorfer Schwestern und wurde Oberin in Waldsassen. Der 1876 geborene Michael trat 1900 in St. Ottilien ein und wurde Bruder Barnabas, ein überaus tüchtiger Gärtner, der über 30 Jahre lang in St.
Ottilien die Klostergärtnerei geleitet hat. Dabei war er wirklich ein vorbildlicher Ordensmann.
Fünf Jahre später, 1905 folgte der jüngere Bruder Johann seinem Bruder Barnabas als Brüderkandidat nach
St. Ottilien, nachdem er sich schon mehrere Jahre als Gärtnergehilfe in dieser Branche ausgebildet hatte. Von der Bayerischen Gartenbau- Gesellschaft in München hatte er sogar ein großes Belobigungsschreiben
erhalten. Im Kloster arbeitet er unter seinem Bruder in der Gärtnerei. Johann Fangauer legte am 20.10.1907 als Br. Paschalis das Ordensgelübde ab. Am 7.11.1909 wurde er mit weiteren Klosterbrüdern von St. Ottilien aus nach Seoul ausgesandt, um die französischen Missionare auf dem schulischen Sektor zu
unterstützen. Damit gehörte er zum Team der Gründungsmitglieder des beginnenden Klosters in Tokwon.
Über seine äußere Tätigkeit in Korea
wurde anlässlich seines Todes berichtet: „Br. Paschalis legte überall, wohin der Gehorsam ihn rief, Gemüse- und Obstgärten an und pflegte den Weinbau. Im Ersten Weltkrieg wurde er (wie Br. Eugen Ostermeier)
zum Militär nach Tsingtau einberufen und kam in japanische Gefangenschaft (1914-1920). Br. Paschalis kam bei der Aufhebung Tokwons zunächst ins Gefängnis nach Pyongyang und dann nach Oksadok, wo er am
16.4.1950 (Weißer Sonntag) an Unterernährung starb“.
Der Konvent der Benediktiner von Tokwon, aufgenommen 1937
hintere Reihe 5. von links ist Bruder Paschalis - anklicken zum vergrößern
www.missionsbenediktiner.de/seligsprechung/ in der Rubrik - Biographien finden Sie Bruder Paschalis
Nach dem Abzug der Roten Armee Ende 1948 eröffnete die koreanische Volksregierung
einen gezielten Kampf gegen die christliche Religion. Dabei wurden auch die Benediktiner der Abtei Tokwon, einschließlich der koreanischen Priester, und die Benediktinerinnen
des Priorates Wonsan verhaftet. Alle übrigen koreanischen Mitglieder der beiden Gemeinschaften schickte man nach Hause.
Für die Verhafteten begann eine schwere Leidenszeit in Gefängnissen und Arbeitslagern, die 36 von ihnen nicht überlebten. Sie wurden entweder ermordet oder starben im Lager.
Erst im Januar 1954 erfuhr man Näheres über ihr Schicksal.
Am 10. Mai 2007 wurde in einer feierlichen Zeremonie in Waegwan ein Dekret ausgestellt,
durch das die südkoreanische Benediktinerabtei Waegwan den Seligsprechungsprozess von 36 Märtyrern der nordkoreanischen Benediktinermission einleitete, die in
Gefängnissen und in Arbeitslagern von 1949 bis 1952 auf verschiedene Weise ums Leben kam.
Zur Gruppe "Abtbischof Bonifaz Sauer, Pater Benedikt Kim und Gefährten" gehören Mönche der Klöster Tokwon, (Nordkorea), Yenki (Mandschurei), Schwestern von Wonsan
(Nordkorea) und Tutzing, Weltpriester der Diözese Hamheung und Agneta Chang, Oblatin der Wonsaner Schwesterngemeinschaft; aber auch Mönche von St. Ottilien,
Münsterschwarzach, Schweiklberg und Beuron, die nachfolgend aufgeführt werden.
Das Glaubenszeugnis der Märtyrer ist für uns dreifache Herausforderung:
1. Leben glückt, wenn es sich verschenkt. halte ich Menschen, Dinge, Positionen fest, oder bin ich bereit, mich für das Reich Gottes und für andere Menschen einzusetzen?
2. Das Beispiel der Märtyrer hält die Frage wach: Wer oder was ist mir so wichtig, dass ich dafür lebe und sterbe? 3. Wie stelle ich mir die Vollendung meines Lebens vor?
Zur Förderung des Seligsprechungsprozesses können Spenden mit dem Stichwort "Seligsprechung" eingezahlt werden auf "Missionsprokura St. Ottilien",
Bitte Konto erfragen.
"Abtbischof Bonifaz Sauer, Pater Benedikt Kim und Gefährten" zu dieser Gruppe gehören folgende Märtyrer und Märtyrinnen
aus unserer Heimat, in ( ) = Diözese Die Namen der Betroffenen Personen Abtbischof Bonifaz Sauer, Oberuffhausen (Fulda) Kerkerhaft Br. Gottlieb Auer aus Lautershofen (Eichstätt) Lagerhaft
P. Canut d`Avernas aus Schirrndorf (Graz Seckau) Lagerhaft P. Dagobert Enk aus München (München) Hinrichtung
Br. Paschalis Fangauer aus Egglfing (Regensburg) verhungert Br. Ludwig Fischer, Unterstelzhausen (Rottenburg) Hinrichtung
Br. lldefons Flötzinger aus Taiding (München) verhungert Br. Petrus Gernert aus Kleinwenkheim (Würzburg) Lagerhaft Sr. Fructuosa Gerstmayer aus Weingarten (Rottenburg) Lagerhaft
Br. Gregor Giegerich, Großwallstadt (Würzburg) Hinrichtung Br. Josef Grahamer aus Eisenhofen (München) Hinrichtung Br. Basilius Hauser aus Polling (München) Lagerhaft
Br. Solanus Hermann aus Thal/Illerberg (Augsburg) Lagerhaft Br. Hilarius Hoiss, Unterau/Schlehdorf (München) verhungert P. Rupert Klingseis aus München Au (München) Kerkerhaft
Br. Eusebius Lohmeier aus Mering (Augsburg) Lagerhaft Br. Markus Metzger, Monatshausen (Augsburg) verhungert Br. Eugen Ostermeier aus München (München) Lagerhaft
P. Kunibert Ott aus Edelstetten (Augsburg) Erschöpfung P. Anselm Romer aus Ingerkingen (Rottenburg) Erschöpfung P. Lucius Roth ans Weichtungen (Würzburg) Hinrichtung
P. Arnulf Schleicher aus Pflaumloch (Rottenburg) Lagerhaft Sr. M. Eva Schütz aus Bernried (Augsburg) Lagerhaft P. Gregor Sorger aus Spaichingen (Rottenburg) Lagerhaft P. Gregor Steger aus Tröbes
(Regensburg) Hinrichtung
Die aufgeführten Informationen stammen von der
Erzabtei 89641 Sankt Ottilien.
Weitere Informationen können über die Erzabtei St.Ottilien
angefordert werden. Ausführliche Beschreibungen über die Verhältnisse in Nordkorea in der Zeit von 1909 bis 1952 können auch über
www.osb-tutzing.pcn.net oder eingesehen werden. Email: vizepostular@erzabtei.de
Neueste Infos- http://newsaints.faithweb.com/martyrs/Korea3.htm
Digital aufbereitet 10/2007 Herbert Winkler Ortsheimatpfleger Köfering Ergänzt am 1.Weihnachtsfeiertag 25.12.2009 |