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Missions-Benediktiner aus St.Ottilien
Bruder Paschalis (Johann) Fangauer aus Egglfing
Brandaktueller Bericht zum
Schicksal der 36 Märtyrer und Beginn des Seligsprechungsprozesses 2010
von Herbert Winkler Köfering

1950       60 Jahre später     2010
Ein ganzes Jahr ist seit der Prozesseröffnung 2009 ins Land gezogen, seither hat sich in den Gemeinden oder Bistümern aber anscheinend nichts getan, um die Märtyrer der Vergessenheit zu entreißen. Es sind anscheinend noch keine sichtbaren Wunder durch die 36 Märtyrer geschehen, die werden wir aber auch nicht sehen, denn die Wunder zeigen sich nämlich in den Gedanken der Menschen. Es gibt ja weltweit viele Millionen
von namenlosen Märtyrern, aber, wenn wir schon einmal welche namentlich in unserer Generation kennen und von deren Herkunft wissen,
dann sollten wir sie der Öffentlichkeit auch näher bringen.
Herbert Winkler 29.12.2010

Zum 4. Adventssonntag traf die Meldung aus der Erzabtei St.Ottilien ein,
dass am 28. Dezember 2009 der kirchenrechtliche Prozess eröffnet wird.
                         
                        Ausführliche Einzelheiten unter
                       
Brief aus der Abtei St. Ottilien      PDF
                        Beginn
Seligsprechungsprozesses PDF  
                        Zwei Missionare aus aus der Diözese Regensburg
                       
sind unter den 36 Märtyrern         PDF
 

Aktuell
Einleitung zum
Seligsprechungsprozess beginnt PDF

Die schönste Nachricht kam aus der Benediktiner Erzabtei Sankt Ottilien
am 4. Adventssonntag 2009. Der Seligsprechungsprozess auf deutscher und koreanischer diözesaner Ebene wurde am 28.12.2009 kirchenrechtlich eröffnet.
Betroffen ist auch ein ehemaliger Bürger, Benediktinerbruder
Johann  Fangauer OSB aus Egglfing, (Ordensname Paschalis), der am 16.04.1950 an den Folgen der Kriegswirren und dem anschließenden Kampf der koreanischen Volksregierung gegen die christliche Religion mit weiteren 35 Mithäftlingen in der südkoreanischen Benediktinermission Tokwon zwischen 1949 und 1952 auf dramatische weise ums Leben kamen.
Einen umfassenden Beitrag habe ich bereits 2007 zu Beginn des Informativ- Prozesses veröffentlicht, siehe auch meine folgenden Artikel.
Meine Seite:
Benediktiner St.Ottilien
Brief aus der Erzabtei Sankt Ottilien als
PDF 
Zwei Märtyrer stammen aus der Diözese Regensburg  PDF
zur Sankt Ottilien Seite http://www.missionsbenediktiner.de/seligsprechung/

Zur Familiengeschichte der Fangauer
Zunächst war ich natürlich sehr überrascht, als ich 2007 erfuhr, dass aus der  kinderreichen Familie Michael Fangauer mit 11 Kindern zur Jahrhundertwende des
20. Jahrhunderts gleich nachweisliche 6 Personen geistliche Berufe ergriffen.
 
Der Sohn Georg Fangauer 1887-1956 studierte Dr. Philosophie und Theologie war Oblate des hl. Franz von Sales, Rektor versch. Häuser und Provinzial und zuletzt Pfarrer in Duncan/ Oklahoma USA. Pfarrer Georg feierte 1910 in Köfering- Egglfing 
seine Heimatprimiz.
Zwei Töchter gingen ins Kloster, Schwester Blasia (1879 -1960) war Oberin in Oberlochau bei Bregenz, Österreich. Schwester Melitta (1883 -1957) war langjährige Oberin im Blindenheim in Innsbruck am Zams.
Eine weitere Tochter, Schwester Ermenfrieda (1893-1977) war bei den Mallersdorfer Schwestern und langjährige Oberin im Kloster Waldsassen.
Ein Sohn, der im Jahr 1876 geborene Michael trat 1900 ins Benediktiner Kloster St. Ottilien ein und wurde Bruder Barnabas, über 30 Jahre lang leitete er dort die Klostergärtnerei.
Diese Daten wurden am 7.01.2010 ergänzt

Im Jahr 1905 folgte der jüngere Bruder Johann seinen Bruder Barnabas
als Brüderkandidat ins Benediktiner Kloster St. Ottilien und arbeitete
ebenfalls in der Gärtnerei.
Bei diesem Bericht geht es um den Sohn der Familie Fangauer,
der unter bürgerlichen Namen als Johann Fangauer bekannt ist.
 

Zur Geschichte
Zunächst wurden 1907/09 mehrere Missionare der Benediktiner Pater aus  St. Ottilien und aus anderen Klöstern nach Seoul in Korea ausgesandt um Klöster zu errichten und den kath. Glauben dorthin zu tragen und auszubreiten. Zuerst gab es auch keine Probleme. Das Drama begann am 8.8.1945 als Russland an Japan den Krieg erklärte und zugleich in die Mandschurei und Korea einmarschierte. Das Missionspersonal und Einheimische wurde vertrieben. Der weitere Verlauf und die Auflösungen der dortigen Klöster und der Abtei Tokwon (1949-1952) können als
PDF Datei eingesehen oder herunter geladen werden.  

Vorbereitung zum Seligsprechungsprozess für 36 Märtyrer,
einer davon ist auch
Bruder Paschalis (Johann) Fangauer OSB, aus Egglfing
geb. 8.01.1882  gest. 16.4.1950 in Korea

Die Familie Fangauer lebt schon seit 1718 in Egglfing. In der fünften Generation lebte Michael Fangauer mit dessen Ehefrau Maria geb. Wankerl. Michael war Söldner und lebte in Egglfing als Kleinbauer, die Familie war sehr groß. Elf Kinder wurden in Gottesfurcht erzogen. Ein Sohn der Familie, Georg, Oblate des hl. Franz von Sales feierte 1910 in der Heimat seine Primiz, zwei Töchter gingen in Zams in Tirol ins Kloster, eine weitere Tochter war bei den Mallersdorfer Schwestern und wurde Oberin in Waldsassen. Der 1876 geborene Michael trat 1900 in St. Ottilien ein und wurde Bruder Barnabas, ein überaus tüchtiger Gärtner, der über 30 Jahre lang in St. Ottilien die Klostergärtnerei geleitet hat. Dabei war er wirklich ein vorbildlicher Ordensmann.

Fünf Jahre später, 1905 folgte der jüngere Bruder Johann seinem Bruder Barnabas als Brüderkandidat nach St. Ottilien, nachdem er sich schon mehrere Jahre als Gärtnergehilfe in dieser Branche ausgebildet hatte. Von der Bayerischen Gartenbau- Gesellschaft in München hatte er sogar ein großes Belobigungsschreiben erhalten. Im Kloster arbeitet er unter seinem Bruder in der Gärtnerei. Johann Fangauer legte am 20.10.1907 als Br. Paschalis das Ordensgelübde ab.
Am 7.11.1909 wurde er mit weiteren Klosterbrüdern von St. Ottilien aus nach Seoul ausgesandt, um die französischen Missionare auf dem schulischen Sektor zu unterstützen. Damit gehörte er zum Team der Gründungsmitglieder des beginnenden  Klosters in Tokwon.

Über seine äußere Tätigkeit in Korea wurde anlässlich seines Todes berichtet: „Br. Paschalis legte überall, wohin der Gehorsam ihn rief, Gemüse- und Obstgärten an und pflegte den Weinbau. Im Ersten Weltkrieg wurde er (wie Br. Eugen Ostermeier) zum Militär nach Tsingtau einberufen und kam in japanische Gefangenschaft (1914-1920). Br. Paschalis kam bei der Aufhebung Tokwons zunächst ins Gefängnis nach Pyongyang und dann nach Oksadok, wo er am 16.4.1950 (Weißer Sonntag) an Unterernährung starb“.

Vergrößerung Die BenediktinerRECT
 
Der Konvent der Benediktiner von Tokwon, aufgenommen 1937
hintere Reihe 5. von links ist Bruder Paschalis - anklicken zum vergrößern

www.missionsbenediktiner.de/seligsprechung/
in der Rubrik - Biographien finden Sie Bruder Paschalis

Nach dem Abzug der Roten Armee Ende 1948 eröffnete die koreanische Volksregierung einen gezielten Kampf gegen die christliche Religion. Dabei wurden auch die Benediktiner der Abtei Tokwon, einschließlich der koreanischen Priester, und die Benediktinerinnen des Priorates Wonsan verhaftet. Alle übrigen koreanischen Mitglieder der beiden Gemeinschaften schickte man nach Hause.

Für die Verhafteten begann eine schwere Leidenszeit in Gefängnissen und Arbeitslagern, die 36 von ihnen nicht überlebten. Sie wurden entweder ermordet oder starben im Lager. Erst im Januar 1954 erfuhr man Näheres über ihr Schicksal.

Am 10. Mai 2007 wurde in einer feierlichen Zeremonie in Waegwan ein Dekret ausgestellt, durch das die südkoreanische Benediktinerabtei Waegwan den Seligsprechungsprozess von 36 Märtyrern der nordkoreanischen Benediktinermission einleitete, die in Gefängnissen und in Arbeitslagern von 1949 bis 1952 auf verschiedene
Weise ums Leben kam.

Zur Gruppe "Abtbischof Bonifaz Sauer, Pater Benedikt Kim und Gefährten" gehören Mönche der Klöster Tokwon, (Nordkorea), Yenki (Mandschurei), Schwestern von Wonsan (Nordkorea) und Tutzing, Weltpriester der Diözese Hamheung und Agneta Chang, Oblatin der Wonsaner Schwesterngemeinschaft; aber auch Mönche von St. Ottilien, Münsterschwarzach, Schweiklberg und Beuron, die nachfolgend
aufgeführt werden.

Das Glaubenszeugnis der Märtyrer ist für uns dreifache Herausforderung:

1. Leben glückt, wenn es sich verschenkt. halte ich Menschen, Dinge, Positionen fest, oder bin ich bereit, mich für das Reich Gottes und für andere Menschen einzusetzen?
2. Das Beispiel der Märtyrer hält die Frage wach: Wer oder was ist mir so wichtig,
dass ich dafür lebe und sterbe?
3. Wie stelle ich mir die Vollendung meines Lebens vor?
Zur Förderung des Seligsprechungsprozesses können Spenden mit dem Stichwort "Seligsprechung" eingezahlt werden auf "Missionsprokura St. Ottilien",

Bitte Konto erfragen.

"Abtbischof Bonifaz Sauer, Pater Benedikt Kim und Gefährten"
zu dieser Gruppe gehören folgende Märtyrer und Märtyrinnen
aus unserer Heimat, in (   ) = Diözese

Die Namen der Betroffenen Personen
Abtbischof Bonifaz Sauer, Oberuffhausen (Fulda) Kerkerhaft
Br. Gottlieb Auer aus Lautershofen (Eichstätt) Lagerhaft
P. Canut d`Avernas aus Schirrndorf (Graz Seckau) Lagerhaft
P. Dagobert Enk aus München (München) Hinrichtung
Br. Paschalis Fangauer aus Egglfing (Regensburg) verhungert
Br. Ludwig Fischer, Unterstelzhausen (Rottenburg) Hinrichtung
Br. lldefons Flötzinger aus Taiding (München) verhungert
Br. Petrus Gernert aus Kleinwenkheim (Würzburg) Lagerhaft
Sr. Fructuosa Gerstmayer aus Weingarten (Rottenburg) Lagerhaft
Br. Gregor Giegerich, Großwallstadt (Würzburg) Hinrichtung
Br. Josef Grahamer aus Eisenhofen (München) Hinrichtung
Br. Basilius Hauser aus Polling (München) Lagerhaft
Br. Solanus Hermann aus Thal/Illerberg (Augsburg) Lagerhaft
Br. Hilarius Hoiss, Unterau/Schlehdorf (München) verhungert
P. Rupert Klingseis aus München Au (München) Kerkerhaft
Br. Eusebius Lohmeier aus Mering (Augsburg) Lagerhaft
Br. Markus Metzger, Monatshausen (Augsburg) verhungert
Br. Eugen Ostermeier aus München (München) Lagerhaft
P. Kunibert Ott aus Edelstetten (Augsburg) Erschöpfung
P. Anselm Romer aus Ingerkingen (Rottenburg) Erschöpfung
P. Lucius Roth ans Weichtungen (Würzburg) Hinrichtung
P. Arnulf Schleicher aus Pflaumloch (Rottenburg) Lagerhaft
Sr. M. Eva Schütz aus Bernried (Augsburg) Lagerhaft
P. Gregor Sorger aus Spaichingen (Rottenburg) Lagerhaft
P. Gregor Steger aus Tröbes
(Regensburg) Hinrichtung

Die aufgeführten Informationen stammen von der
Erzabtei 89641 Sankt Ottilien.

Weitere Informationen können über die
Erzabtei St.Ottilien angefordert werden. Ausführliche Beschreibungen über die Verhältnisse in Nordkorea in der Zeit von 1909 bis 1952  können auch über www.osb-tutzing.pcn.net oder eingesehen werden.
Email:
vizepostular@erzabtei.de

Neueste Infos-
http://newsaints.faithweb.com/martyrs/Korea3.htm

Digital aufbereitet 10/2007
Herbert Winkler Ortsheimatpfleger Köfering
Ergänzt am 1.Weihnachtsfeiertag 25.12.2009

Fotoautor Herbert Winkler
                        
Seite geändert am Sonntag, 31. Juli 2011